Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/81/
Ich sähe dieses Spital noch eindeutiger als eine Alternative, als es schon ein sogenanntes «Chronischkranken-Spital» darstellt. Bisher wurde nämlich — ausgenommen in England — noch nicht klar der fundamentale Unterschied zwischen einem Spital, das heilen und vor dem Tod bewahren will, und dem andern unterschieden, das Krank­ heiten und Gebrechen pflegen muß, die nicht mehr zu heilen sind und die zum Tode führen. Man muß nämlich andere Ärzte und anderes Pflegepersonal haben für diese Aufgabe. In einer solchen Klinik würden psychologische Probleme eine größere Rolle spielen als klinisch-medizinische. Statt Kranke auf eine nicht mehr mögliche Heilung zu vertrösten, müßte man ihnen helfen, die von ihrer nicht heilbaren Krankheit begleite­ ten Lebensjahre noch genießen zu können. Es wäre zu sorgen für fast unbeschränkte Besuchsmöglichkeit, vielleicht sogar längere Auf­ enthalte Angehöriger im Spital oder der Kranken «ferienhalber» zu Hause. Es müßte möglich sein, kleine Feste zu feiern, Unterhal­ tung und geistige Beschäftigung wäre groß zu schreiben — neben der Pflege. Je mehr sich die Pflegefälle häufen, desto dringlicher wird die Einrichtung eines solchen Spitals, das weder einfach Pflegeheim, noch gar «Sterbeklinik» sein dürfte. Dort sollte man «mit der Krankheit leben» können — in 
dem Sinne von «Leben», der ohne Freude und Lächeln nicht auskommt. Die Ausländerfrage wiederum ist wohl weder mit einer 30-Prozent- Klausel, noch mit der Einführung des Landesbürgerrechtes in Kürze für alle befriedigend zu lösen. Auf diesem Wege der Beschränkung der ausländischen Einwohner und der Erleichterung der Einbürgerung für in Liechtenstein geborene Ausländer werden wir als Kleinststaat vielleicht nicht mithalten können. Warum nicht anders als die an­ dern? Man könnte beispielsweise in Angelegenheiten der Ortsge­ meinde, der Schule und der Kirche allen Einwohnern eines Ortes, die wenigstens ein Jahr dort wohnhaft sind, das Stimmrecht erteilen — und die Bestellung des Landtages und alle Fragen des Landes den Bürgern überlassen. Wer über ein Jahrzehnt in Liechtenstein lebt, vermißt einfach die Möglichkeit, mitreden und mitbestimmen zu können in Fragen, die unmittelbar seine Familie betreffen. Besonders in Angelegenheiten der Schulung haben Ausländer spezielle Probleme, die vermehrt berücksichtigt werden könnten. Die Möglichkeit mit­ zureden würde vielen, die aus dem Ausland hierhergezogen sind, Ge­ legenheit geben, in ihrer Heimat bewährte Lösungen bestimmter Fra­ gen auch hier zum Zuge kommen zu lassen und käme allen zugute. Die Gewährung des Stimmrechtes an Ausländer wäre ein Gewinn. Ein Letztes: Zum Glück scheint die Idee einer «Hochleistungsstraße», 81
        

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