Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/66/
eingestellt sind. Ich meine: Liechtenstein muß mit verstärkter Infor­ mation und Werbung zunächst einmal den unmittelbaren Nachbarn und sodann einer weiteren Welt ein unverzerrtes und im Wesentlichen vollständiges Bild der eigenen Wirklichkeit und der Dienste, die das Land zu leisten bereit und imstande ist, zu vermitteln trachten. Auch dafür stehen dem Kleinstaat nicht die Mittel und Möglichkeiten der Großen zu Gebote, aber auch hier vermag der gezielte Einzeleinsatz den Apparat wohl weitgehend zu ersetzen. Zu eben diesem Zweck wurde von Liechtensteinern und befreundeten ausländischen Journalisten der Liechtensteiner Presseclub gegründet. Andere ähnliche Initiativen auf kulturellem Gebiet sind denkbar oder bereits ergriffen worden; es sei an die Musikschule und die Musik­ wochen und Meisterkurse erinnert, an die Ausstellungen der Fürst­ lichen Gemäldesammlung und der Staatlichen Gemäldegalerie, an Weltraum- und Briefmarkenausstellung und an ähnliche Manifesta­ tionen liechtensteinischer kultureller Regsamkeit und Leistung. Für die nachhaltige Dauerwirkung gezielter Einzeleinsätze in diesem Be­ reich im Ausland ist bis heute die nach dem Krieg in Luzern veran­ staltete Ausstellung der Fürstlichen Gemäldesammlung beispielhaft geblieben. Daß die liechtensteinische Landespresse von ihrer Anlage und der Leistungsfähigkeit ihrer Verlage her keine Weltpresse und damit kein Informations- und Werbeträger über die Landesgrenzen hinaus sein kann, liegt in der Natur der Sache. Die Beispiele von Luxemburg, Andorra und Monte Carlo aber zeigen, daß ein liechtensteinischer Radiosender (der aber wirklich ein liechtensteinischer zu sein hätte und kein ausländischer sein dürfte) durchaus die Rolle eines derarti­ gen Informations- und Werbeträgers weit über den bloß nachbarli­ chen Lebensraum hinaus spielen könnte. Daneben würden vermehrte Sendungen über Liechtenstein im schweizerischen Rundfunk und Fernsehen, und namentlich auch im benachbarten Ausland empfang­ bare eigene Regionalsendungen für Liechtenstein am Schweizer Radio und mit der Zeit im Schweizer Televisionsprogramm, ihre Informa­ tions* und Werbewirkung im engeren Nachbarraum nicht verfehlen. Was bedeutet mir Liechtenstein, was könnte Liechtenstein sein, was müßte Liechtenstein tun? Drei Fragen, die des Nachdenkens wert sind! Sie rufen einer vierten, entscheidenden Frage: Was will Liech­ tenstein sein? Darauf kann kein Ausländer die Antwort geben, denn diese Frage richtet sich an das Selbstverständnis der Liechtensteiner allein. Vielleicht liegt der Grund für die im Lande wieder stärker empfundene mangelnde Beachtung und Achtung Liechtensteins durch 66
        

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