Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/55/
Stützung für vermehrte pädagogische Studien bieten und dadurch neue Impulse und Anregungen vermitteln. Unsere von der Um­ weltverschmutzung bedrohte Welt braucht dringend verantwor­ tungsbewußte, human denkende Wesen — warum soll nicht ge­ rade unser Land Wege für umweltfreundliche Erziehung anbieten? — Unsere Jugend hat ein Recht auf vollamtliche Jugendarbeiter, damit sich ihr Freizeitverhalten nicht länger durch Alkohol- und Sexfilmkonsum manifestiert. Wir müssen mehr Möglichkeiten für bereichernde, schöpferische Freizeitgestaltung eröffnen (Laientheater, freies Malen, Sport- und Bastelgruppen, Bewußtseinsbildung durch Sozialarbeit usw.). — Und wann werden die liechtensteinischen Frauen endlich das Recht erhalten, sich aktiv an der Verantwortung und Gestaltung des Staates zu beteiligen??? — usw., usw. Wahrlich, ein reichhaltiges Aufgabenfeld bietet uns die Realisierung von Punkt 1 — stellen Sie sich nur mal vor, Sie müßten Ihren Lebens­ abend in einem unserer Bürgerheime verbringen! Oder versetzen Sie sich mal in die Rolle eines Gastarbeiters! Was gilt eigentlich bei uns der Fremde, wenn er keinen dicken Geldbeutel hat, der Vertriebene, Heimatlose? Und wie haben wir unsere Aufgaben als Friedensordnung wahrge­ nommen? Wir haben die Armee abgeschafft und sind ein «Tal des Friedens» — doch das genügt nicht: wir müssen auch der übrigen Welt zum Frieden verhelfen, z. B. durch Schaffung eines Friedens­ institutes, denn die Arbeit der Friedensforscher wird im Ausland dauernd durch militärische oder wirtschaftliche (Waffenindustrie) oder durch politische Interessen gefährdet. Jene Geldsummen, die in anderen Staaten durch die Rüstung verschlungen werden, müssen wir einer objektiven Friedensforschung widmen, damit wir die Bezeich­ nung «Tal des Friedens» überhaupt verdienen. Auch als «Lebenseinheit internationaler Solidarität und Kommunika­ tion» (3. und 4. Punkt) erwachsen für uns Liechtensteiner in Zukunft vermehrte Verantwortung. Doch nicht die reichen Industrieländer des Westens brauchen unsere Solidarität, sondern die jahrhunderte­ lang ausgesaugten und unterjochten Staaten der Dritten Welt, die im Kampf um wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit ihre Selbst­ verwirklichung suchen. Durch ein ehrliches Engagement für politisch und religiös Verfolgte, durch eine aktive Mitarbeit in internationalen Organisationen (UNESCO, UNO usw.), durch wirkliche Teil­ nahme an internationalen Kongressen kann Liechtenstein zum Für­ sprecher für Unterdrückte werden, kann Erfahrungen austauschen, 55
        

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