Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/146/
skeptische Haltung einnehmen. Doch gibt es keine Gruppe, die ernst­ hafte Zweifel geltend macht. Welche neuen Quellen sollen jedoch erschlossen werden? Diese Frage hatten all jene zu beantworten, die grundsätzlich für eine Verbindung mit den Europäischen Gemeinschaften votierten. Dabei konnte jeder mehrere Möglichkeiten wählen. Es ergab sich folgendes Bild: 15 % durch Steuererhöhung 58 °/o durch eine Änderung des Steuersystems 12 % durch vermehrte Industrialisierung 36 % durch Förderung bestimmter Berufs- und Wirtschaftszweige 19 °/o durch die Erstellung eines Radio- und/oder Fernsehsenders 9 % durch die Eröffnung von Vergnügungsbetrieben 11 °/o durch andere Maßnahmen Rechnen wir diese Prozentzahlen um auf die gesamte Wählerschaft, so sind es immer noch 46 %, welche fordern, daß allfällige Ein­ nahmenausfälle durch eine Revision des Steuersystems auszugleichen sind. Dieser hohe Prozentsatz läßt auf ein gewisses steuerpolitisches Malaise schließen. Das liechtensteinische Steuersystem unterscheidet sich grundsätzlich von den übrigen europäischen Systemen. Das Schwergewicht der Besteuerung liegt im Fürstentum auf der allge­ meinen Vermögenssteuer mit ergänzender Einkommenssteuer. Der Kapitalertrag wird nicht besteuert. Dieses Steuersystem, das jene be­ nachteiligt, die von ihrem Arbeitseinkommen leben, verhindert eine zeitgemäße Progression und bewirkt, daß von der Steuererhebung praktisch keine Umverteilungswirkung ausgeht. Der große Anteil der Wähler, die eine Änderung des Steuersystems fordern, zeigt, daß weite Kreise mit dem heutigen System unzufrieden sind und Remedur ver­ langen. D. 
Schlußfolgerungen Was für Schlußfolgerungen können aus den Antworten auf die Europafragen gezogen werden? Hat die liechtensteinische Wähler­ schaft den «Europaalarm» zur Kenntnis genommen, ist sie sich der Gefährdung ihres Staatswesens bewußt und willens, die Konsequen­ zen zu ziehen? Die überwiegende Mehrheit der Wähler hat erkannt, daß Europa nicht ignoriert werden darf. Liechtenstein kann gegen­ über der Europäischen Integration nicht wählen zwischen Eigenbe­ stimmung und Fremdbestimmung. Es ist allzu sehr mit Europa ver­ bunden. Eine Isolierung, eine Abkapselung ist schlechthin undenkbar. 147
        

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