Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/144/
oder eine indirekte Verbindung über die Schweiz. Beide Alternativen — das ist ein beachtenswerter Zufall — erhielten bei der Umfrage die gleiche Zahl von positiven Antworten, nämlich je 34 °/o. Man ist sich wohl darüber einig, daß eine Verbindung mit Europa her­ gestellt werden soll, doch scheiden sich die Geister über die Art der Beziehungen. Die Befürworter der Regierungspolitik — indirekte Verbindung über die Schweiz — rekrutieren sich relativ gleichmäßig aus allen Altersschichten. Eine direkte, lockere Verbindung wird hingegen hauptsächlich von den jüngeren Wählern gewünscht. Interessant ist der Unterschied zwischen Oberland und Unterland. Man neigt zur Annahme, daß das ländliche Unterland einer risiko­ ärmeren und vorsichtigeren indirekten Verbindung über die Schweiz den Vorzug geben würde. Doch 40 % der Wähler des Unterlandes befürworten eine direkte, lockere Verbindung und 14 % sind gar für einen Beitritt. Nur 24 % wollen eine indirekte Verbindung über die Schweiz. Das Oberland, das mehr Industrie- und Dienstleistungs­ betriebe zählt, die sich der Vorteile der besonderen Beziehungen zur Schweiz eher bewußt sind und eine pragmatische, auf materielle Vor­ teile gerichtete Politik zu schätzen wissen, gewährt der Regierung eine bedeutend größere Unterstützung, votierten doch 38 °/o der be­ fragten Oberländer 
für die Regierungspolitik. Diese unterschiedliche Akzentsetzung zwischen den beiden Landesteilen kann sicher auch darauf zurückgeführt werden, daß das Unterland mehrheitlich in Opposition zur Regierung steht. Eine direkte Verbindung mit den Europäischen Gemeinschaften hätte eine Revision der Beziehungen zwischen Liechtenstein und der Schweiz zur Folge. 57 °/o jener Unter­ länder, die eine direkte Verbindung mit Europa befürworten, finden es jedoch richtig, daß sich das Fürstentum in vielen Dingen nach der Schweiz richtet. Sie wünschen keineswegs eine Änderung der Bezie­ hungen zur Schweiz, was bei der Realisierung ihrer Europavorstel­ lungen notwendig wäre. Nur 1 % würde eine Anlehnung an andere Länder, zum Beispiel an die Mitgliedstaaten der Europäischen Ge­ meinschaften unterstützen. Diese Ergebnisse widersprechen sich teil­ weise, so daß wir annehmen müssen, daß andere Motive, z. B. die Parteizugehörigkeit oder parteimäßige Sympathien, diese Antworten beeinflußt haben. Auch der Zivilstand beeinflußt die Vorstellungen der Wähler über die Ausgestaltung der Beziehungen des Fürstentums mit den Euro­ päischen Gemeinschaften. Einmal mehr können wir feststellen, daß die Ledigen risikofreudiger sind. So wünschen 15% einen Beitritt, 39 % würden eine direkte, lockere Verbindung vorziehen und nur 24 % befürworten eine indirekte Verbindung über die Schweiz. Die 145
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.