Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/141/
Wir wollten deshalb erfahren, ob die liechtensteinische Wählerschaft realisiert hat, was für ein Abkommen da geschlossen wurde. 49 %> der Befragten gaben die richtige Antwort. Diese Zahl ist recht groß. Sie zeigt uns, daß die Liechtensteiner, auch wenn das Volk sich nicht direkt zu internationalen Verträgen äußern kann, das Verhalten ihres Landes auf der internationalen Bühne verfolgen und keineswegs desinteressiert sind. Doch müssen wir mitberücksichtigen, daß die Interviewten zwischen verschiedenen, teils unwahrscheinlichen Alter­ nativen wählen konnten. Einige werden die richtige Antwort wohl eher erraten als gewußt haben. Das bestätigt die Korrelation der Frage 4 mit 9, wußten jene Personen, die den Vertrag mit der EWG kannten, doch nicht wesentlich besser über das Verhältnis ihres Lan­ des zur Schweiz Bescheid als der Durchschnitt. Doch soll durch diese Feststellung das gute Resultat nicht relativiert werden, läßt sich doch das Verhältnis Liechtensteins zu den Europäischen Gemeinschaften nur bedingt mit jenem zur Schweiz vergleichen. Bei der Unterzeich­ nung des Vertrages mit der Schweiz und der EWG ging es um eine entscheidende außenpolitische Weichenstellung von großer Tragweite; das Verhältnis zur Schweiz aber hat sich in den letzten fünfzig Jah­ ren eingespielt und gibt, wie unsere Umfrage zeigt27), kaum mehr Anlaß zu grundsätzlichen Diskussionen. Der Informiertheitsgrad der Wähler darf als zufriedenstellend be­ zeichnet werden, kennen doch etwa die Hälfte der Aktivbürger das ausschlaggebende Vertragswerk. Schlüsseln wir die richtigen Ant­ worten nach der Personalstruktur der Befragten auf, so können wir feststellen, daß innerhalb der einzelnen Einteilungskategorien recht große Unterschiede bestehen. Der Informiertheitsgrad nimmt mit zu­ nehmendem Alter ab, die Wähler des stärker industrialisierten Ober­ landes wissen besser Bescheid als jene des ländlichen Unterlandes und die Verheirateten kennen das Vertragswerk besser als die Ledigen. Die unterschiedlichen Antworten der Verheirateten und der Ledigen stellt ein Phänomen dar, auf das wir immer wieder stoßen. Wir ver­ muten, daß die Verheirateten sich mehr mit der Gesellschaft, in der sie leben, verbunden fühlen. Da sie nicht nur für sich selbst verant­ wortlich sind, sondern für eine ganze Familie, nehmen sie ihre bürger­ lichen Pflichten bewußter wahr, beeinflussen die wichtigsten Ent­ scheide des Staates doch unmittelbar das Wohlergehen ihrer Familie. Von zentraler Bedeutung für den Informiertheitsgrad sind Beruf und Ausbildung: 87) Vgl. Verhältnis Liechtensteins zur Schweiz (III. 2.). 142
        

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