Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/140/
sächlich das fehlende Mitbestimmungsrecht — in Kauf, da er sich anscheinend ein Überwiegen der Vorteile aus dieser Verbindung aus­ gerechnet hat. Worin liegen aber für ihn die spezifischen Vorteile der gegenwärtigen Situation? Doch wohl am ehesten auf materiellem Gebiet: Die Teilhabe an der wirtschaftlichen Blüte der Schweiz bei verhältnismäßig geringer fiskalischer Belastung ist fraglos das Resul­ tat der Goldenen Hochzeit, welche mit dem schweizerischen Partner kürzlich gefeiert werden konnte. Ein Wermutstropfen aber bleibt insofern zurück, als damit der Anschein erweckt wird, daß eine weitergehende Selbstbestimmung den materiellen Interessen deutlich hintangestellt werden. Ob Liechtenstein damit nicht einfach zum gelehrigen Schüler seines Partners geworden ist, wäre allerdings eine andere Frage ... 3. Die Einstellung der Wählerschaft gegenüber dem Verhältnis Liechtensteins zu den Europäischen Gemeinschaften A. 
Vorbemerkung Die Staaten (West-) Europas erwachen langsam aus ihrer Lethargie und beginnen, ihr Schicksal in ihre eigenen Hände zu nehmen. Kein Staat, schon gar nicht ein europäischer Kleinstaat wie Liechtenstein, kann sich dem Einfluß dieses Prozesses entziehen. Die weltweite Interdependenz führt dazu, daß immer mehr Beschlüsse, die im Aus­ land gefaßt werden, auch Einfluß auf das Fürstentum haben. Das Bewußtsein um diese Kausalzusammenhänge und die aktive Ausein­ andersetzung mit den Problemen der Völkergemeinschaft, der letzt­ lich alle angehören, stellt besonders für den Kleinstaat eine Existenz­ frage dar. B. 
Allgemeine Einstellung Am 22. Juli 1972 unterzeichnete Liechtenstein zwei Zusatzabkom­ men mit der Schweiz und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bzw. den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) betreffend die Geltung der Abkommen zwischen der Schweiz und der EWG bzw. der Schweiz und den Mit­ gliedstaaten der EGKS für das Fürstentum Liechtenstein. Beide Zu­ satzabkommen, besonders der Anschlußvertrag an das Freihandels­ abkommen zwischen der Schweiz und der EWG, werden im Laufe der nächsten Jahre erhebliche Einflüsse auf das Fürstentum ausüben. 141
        

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