Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/139/
derjenigen, welche die Idee einer Umwandlung des Fürstentums in einen Schweizer Kanton sinnlos finden, müßten jene Personen abge­ rechnet werden, welche den Gedanken an sich zwar mindestens für diskutabel halten, ihn aber als sinnlos verwerfen, weil er innen- wie außenpolitisch betrachtet ziemlich aussichtslos ist; im Rahmen der vorliegenden Untersuchung kann allerdings nicht ausgemacht werden, wieviele Befragte diese Überlegung angestellt haben. Bemerkenswert erscheint dennoch, daß die Zahl jener, welche die Idee vorbehaltlos gut finden (11 °/o), mehr als doppelt so groß ist, wie jene, die wenig­ stens darüber diskutieren möchten (4 %). Man kann sich fragen, ob die «Anschlußfreunde» von der Monarchie enttäuscht worden seien: jedenfalls räumen ihr nur die Hälfte eine Überlebenschance bis zum Jahre 2000 ein... Die Ernsthaftigkeit dieser Personen muß im übrigen deshalb in Zweifel gezogen werden, weil immerhin 60 % von ihnen ungenügend (und 30 % nur gerade genügend) über das gegenwärtige Verhältnis Liechtensteins zur Schweiz informiert sind. Der niedrige Informiertheitsgrad dieser Gruppe ist übrigens auch bei der Frage betreffend den Inhalt des Vertrages Liechtensteins mit der EWG anzutreffen. Auch die Konsequenz der «Anschlußfreunde» läßt zu wünschen übrig: Nachdem sie dem Gedanken einer Kantonswerdung etliche Sympathie entgegenbringen, wäre zu erwarten gewesen, sie würden die Gelegenheit ergreifen, auch im Rahmen der Frage 6 eine stärkere Ausrichtung nach der Schweiz zu empfehlen. Dies trifft aber durchaus nicht zu. Mehr als die Hälfte von ihnen finden den gegen­ wärtigen Bindungsgrad zwischen Liechtenstein und der Schweiz ge­ rade richtig und nur 20 % möchten sich vermehrt nach der Schweiz richten. Die übrigen 20 °/o können am heutigen Verhältnis überhaupt keinen Gefallen finden. Die Frage betreffend den «Kanton Liechtenstein» war hinsichtlich der Staatlichkeit konkreter als jene zur bevorzugten Ebene der zwi­ schenstaatlichen Zusammenarbeit. Entsprechend deutlicher fiel das Bekenntnis zur Eigenstaatlichkeit aus; das schon so oft totgesagte Staatsbewußtsein in Liechtenstein vermag sich offenbar dann unmiß­ verständlich zu artikulieren, wenn es wirklich auf die Probe gestellt wird. D. 
Schlußfolgerung Gerade das letzterwähnte Ergebnis scheint zum wichtigsten der gan­ zen Umfrage geworden zu sein: Der Durchschnitts-Liechtensteiner befürwortet fast ohne Vorbehalte das enge Verhältnis zur Schweiz und nimmt die sich daraus ergebenden negativen Konsequenzen — haupt­ 140
        

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