Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/137/
C. 
Einstellung zu besonderen Aspekten des liechtensteinisch­ schweizerischen Verhältnisses Die Frage nach der bevorzugten Ebene der zwischenstaatlichen Be­ ziehungen (Frage 10) sollte nicht nur die tatsächlichen Wünsche der Wählerschaft aufzeigen, sondern darüberhinaus das Vorhandensein einer Beeinträchtigung des liechtensteinischen Staatsbewußtseins durch die zunehmend stärker werdenden regionalen Beziehungen ausloten. a) Zunächst fällt auf, daß fast über alle Strukturunterschiede hinweg etwa drei Viertel der Befragten sich für eine Zusammenarbeit in erster Linie auf regionaler Ebene ausgesprochen haben. Dies mag damit zusammenhängen, daß nachbarliche Probleme seit je unter­ einander gelöst wurden, ohne daß «Bern» dazu eingeschaltet worden wäre. Dessen ferne Anonymität scheint recht eindeutig nicht im Vor­ dergrund des Interesses zu stehen, man möchte offenbar unter sich bleiben. Dagegen mag eingewendet werden, das Ergebnis hänge in erster Linie vom Beispiel ab, anhand dessen man des Liechtensteiners Vorlieben zu ergründen suche. Zweifellos trifft dies zu. Es ist aber klar, daß alle Sachgebiete, welche im Kompetenzbereich der Eid­ genossenschaft liegen, von vornherein der Behandlung durch die Region entzogen sind. Somit verbleiben nur noch jene Probleme in der Diskussion, die von den Kantonen selbständig erledigt werden könnten, wenn das Ausland — im vorliegenden Falle Liechtenstein — damit einverstanden ist. Es liegt also an Liechtenstein, darüber zu entscheiden, ob man mit den Nachbargebieten direkt oder durch die Vermittlung des Bundes verkehren möchte. Daher mußte das Beispiel dem Bereich des nachbarlichen Verkehrs entnommen werden. Es wäre ein leichtes gewesen, eine wesentlich wichtigere und aktuellere Frage als jene der Kiesentnahme aus dem Rhein als Objekt zu verwenden. Indessen war es für eine Untersuchung dieser Art unerläßlich, jede emotionsgeladene Anspielung zu vermeiden. So hätte eine bloße Er­ wähnung des Stichwortes «Sennwald» die Antworten sicherlich in eine nicht repräsentative Richtung gelenkt. Daß dieses Thema die Bevölkerung in besonderem Maße beschäftigte, war ohnehin abzu­ sehen; die Bestätigung fand sich darin, daß der Umweltschutz — zumeist in das Wort «Sennwald» gekleidet — im Rahmen der ersten Frage von gut einem Drittel der Stimmberechtigten in den ersten Rang der wichtigen Zeitprobleme eingestuft wurde. Im hohen Anteil der Befragten, welche die regionalen Kontakte den­ jenigen auf nationaler Ebene vorziehen, werden sich jene, die das liechtensteinische Staatsbewußtsein seit jeher als unterentwickelt be­ 138
        

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