Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/133/
2. Die Einstellung der Wählerschaft gegenüber dem Verhältnis Liechtensteins zur Schweiz A. 
Vorbemerkung Das Verhältnis Liechtensteins zum Ausland ist weitestgehend von seinen Beziehungen zur Schweiz bestimmt, nachdem sich das Fürsten­ tum bei der Gestaltung von Innen- und Außenpolitik aufgrund seiner Kleinheit in hohem Maße an seinen westlichen Nachbarn angelehnt hat. Diese — relativ einseitige — Ausrichtung staatlichen Handelns auf einen andern Staat ruft vor allem nach zwei Fragen: 1. Ist sich die Bevölkerung dieses Umstandes überhaupt bewußt? und 2. — wenn ja — wie verhält sie sich dazu? Die Frage nach dem Vorhandensein eines außenpolitischen Bewußt­ seins darf u. E. mit einigen Vorbehalten positiv beantwortet werden, haben doch nur 30 % der Stimmberechtigten eine ungenügende Kenntnis der tatsächlichen Lage, wobei als ungenügend jene Antwor­ ten bezeichnet wurden, die nicht wenigstens die Existenz des Zoll­ vertrages und eines weiteren Abkommens beinhalten. Ein solcher Informiertheitsgrad der Stimmbürger dürfte im Rahmen dessen lie­ gen, was auch in andern Ländern an Kenntnissen etwa vorzufinden ist. Bei der Würdigung des Ergebnisses, daß rund ein Drittel der Be­ fragten über die Vielfältigkeit der liechtensteinisch-schweizerischen Beziehungen nur ungenügend und mehr als die Hälfte nur rudimentär Bescheid wissen, ist insbesondere zu berücksichtigen, daß der liech­ tensteinische Stimmbürger auf die im Gefolge von Abmachungen mit der Schweiz in Liechtenstein anwendbaren schweizerischen Gesetzes­ bestimmungen keinerlei Einfluß ausüben kann. Zudem erlangen solche Normen oft ohne amtliche Kundmachung in Liechtenstein Geltung und werden deshalb höchstens von einem kleinen Kreis direkt Inter­ essierter zur Kenntnis genommen. Es ist daher verständlich, wenn nur die wenigsten eine genaue Vorstellung von der Intensität des liechten­ steinisch-schweizerischen Verhältnisses haben. Eher bemerkenswert erscheint die Tatsache, daß die Unterländer in dieser — aber nur in dieser — Beziehung schlechter informiert sind als die Oberländer. Ob das damit zusammenhängt, daß das Unter­ land angeblich traditionell eher nach Österreich tendiert, ist aber mehr als ungewiß, nachdem dort die übrigen Fragen zum Verhältnis Liechtenstein-Schweiz eher «schweizfreundlicher» oder zumindest gleich beantwortet worden sind wie im Oberland. Auffallend ist auch der wesentlich stärkere Anteil der Ledigen am Kontingent der Schlechtinformierten als jener der Verheirateten21). 134
        

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