Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/131/
frage nicht hervor —, sondern sie äußert sich als unartikuliertes Unbehagen19) über die außenpolitische Gesamtsituation, was ein Neu­ überdenken der Außenpolitik als wünschenswert erscheinen läßt. Besonders erwähnenswert scheinen in diesem Zusammenhang drei Grundgegebenheiten: — Die Frage bzw. die Auffassung der Wählerschaft, ob genügend für die liechtensteinische Außenpolitik getan wird, ist völlig ge­ trennt von ihrem Verhältnis zur Schweiz. Dies ergibt die Korre­ lation der Frage 2 mit 6: Mehr als die Hälfte der mit der liech­ tensteinischen Außenpolitik Unzufriedenen finden die Ausrich­ tung Liechtensteins nach der Schweiz als richtig, und über 80 % wollen das Verhältnis zur Schweiz (wenigstens) nicht geändert wissen. Diese Tatsache untermauert die oben aufgestellte These, daß das Verhältnis Liechtensteins zur Schweiz von den liechten­ steinischen Stimmbürgern nicht als Bestandteil der liechtensteini­ schen Außenpolitik betrachtet wird. Eine Bestätigung dessen bildet auch die Korrelation von Frage 2 mit 10 : 69 °/o der mit der Außenpolitik Unzufriedenen befürworten eine regionale Ko­ operation mit der Schweiz. — Der politische Informationsgrad, das ergibt sich aus der Korrela­ tion von Frage 2 mit 9, hat keinen Einfluß auf die Einstellung der Wählerschaft zur Außenpolitik. Daraus läßt sich die Behaup­ tung ableiten, daß sich die Bejahung bzw. Verneinung der gegen­ wärtigen außenpolitischen Situation Liechtensteins aus einer un- reflektierten Parteiabhängigkeit der Stimmbürger, d. h. aus der Zugehörigkeit zu einem politischen Lager, ergibt. Diese Behaup­ tung steht nicht unbedingt in Widerspruch zu der oben gemach­ ten Aussage, daß das «Bedürfnis nach Außenpolitik» mit steigen­ dem Ausbildungsgrad steigt, da politischer Ausbildungsgrad und wissensmäßiger Ausbildungsgrad nicht identisch zu sein brauchen. — Der Anteil der «Unsicheren» ist, was die Außenpolitik anbetrifft, besonders hoch. 9 % der Befragten antworteten auf die Frage, ob Liechtenstein das Mögliche tut, um auf Beschlüsse, die im Ausland gefaßt werden, aber Rückwirkungen auf Liechtenstein haben, mit «weiß nicht». Daraus läßt sich die Behauptung ab­ leiten, daß ein relativ großer Prozentsatz der Bevölkerung nicht abschätzen kann, welche Möglichkeiten Liechtenstein zur Ver­ fügung stehen, um auf solche Beschlüsse einzuwirken. 1#) Zum Beispiel finden rund die Hälfte der mit der Außenpolitik Unzufriedenen, daß Liechtenstein das Notwendige unternimmt, um auf ausländische Beschlüsse, die sich irgendwie auf Liechtenstein auswirken könnten, Einfluß zu nehmen (Korrelation von Frage 
i mit 3). 132
        

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