Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/129/
d) Staatsstruktur / Sozialwesen Dieser Sachbereich, den 22 % der Stimmbürger als Hauptproblem empfinden, ist aus verschiedenartigen Aspekten zusammengefaßt. Innerhalb dieses Problemkreises nimmt die Stellung der Frau, sei es nun im Zusammenhang mit der Frage des Frauenstimmrechts oder mit der Frage des Bürgerrechtes (Postulat: «Liechtensteinerin bleiben» bzw. «Problem der eingeheirateten Ausländerinnen») eine zentrale Rolle ein: Fast die Hälfte der «Stimmen» innerhalb des Sachbereichs Staatsstruktur fiel auf diesen Problemkreis. Rund ein Viertel der sich im Bereich Sozialwesen äußernden Stimmbürger empfanden die AHV-, IV-, FAK-Rentenerhöhung und -auszahlung sowie verschiedene organisatorische Fragen als Problem. 74 % finden jedoch eine diesbezügliche Ausrichtung nach der Schweiz richtig (Korrelation Frage 1 mit 6). Das restliche Viertel verteilt sich gleichmäßig auf die Rechtsreform, auf die Reform der öffentlichen Verwaltung, auf Probleme der Ju­ genderziehung sowie in Einzelfällen auf das politische Klima. Erwäh­ nenswert scheint in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß sich lediglich ein Stimmbürger gegen das «Verpolitisieren» von dem Ge­ meinwohl dienenden Aktivitäten wandte. e) Interne Wirtschafts fragen / Infrastruktur In diesem Problemkreis lassen sich zwei Blöcke unterscheiden: — Im ersten Block liegt das Schwergewicht auf der Sorge um die Entwicklung der Staatsfinanzen. Die Verteilung läßt hier jedoch eher auf politisch bedingte Gegensätze schließen als auf eine einem echten Verständnis entspringende Sorge. Der Rest verteilt sich auf die Förderung einzelner Wirtschaftszweige, auf das Feh­ len einer Strukturpolitik und die herrschende Inflationsmentalität , sowohl der Privaten als auch der öffentlichen Hand. — Der zweite Block, im Vergleich zum ersten allerdings deutlich schwächer, bezieht sich auf das Bildungswesen; das Problem läuft hier im wesentlichen auf die Forderung nach mehr und besseren Lehrmitteln bzw. Unterrichtsmethoden anstatt der Erstellung von Monumentalbauten hinaus. Interessant ist, sowohl beim Problemkreis Staatsstruktur / Sozialwesen als auch bei den internen Wirtschaftsfragen, die Verteilung des Pro­ blemgewichts zwischen Oberland und Unterland. Der wesentlich geringere Anteil des Unterlandes ist in diesem Zusammenhang keines­ falls auf ein geringeres Problembewußtsein zurückzuführen, sondern 130
        

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