Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/11/
Volk Stärke, die Unterschätzung technischer Berufe schwächt die wirt­ schaftliche Grundlage. Techniker sind folglich Soziologen und Hu­ manisten der Tat. Zwar hat Liechtenstein eine sehr erfolgreiche güterproduzierende In­ dustrie, die aber nach innen und nach außen international ist. Die Zahl der forschungsbezogenen und der anwendungsorientierten Liechtensteiner Ingenieure sollte viel höher sein. — Die Fehlleitung von technisch begabten Jugendlichen ist eine Pflichtverletzung un­ serer Generation. Viele Berufsgruppen, welche keine Produkte zu erzeugen vermögen, werden heute überdotiert. Ingenieure wird es jedoch immer zu wenig geben, denn sie sind die­ jenigen, welche die industrielle Entwicklung bestimmen. Neutech­ nisch orientierte Ingenieure sind fähig, neue Schwerpunkte zu setzen. Es gibt 
nie genug geistige Ingenieurleistungen. Aber all dies genügt nicht. — Wir müssen uns auch um die Verwer­ tung der Ernte kümmern. — Geschulter Geist und viel Geschick ist unerläßlich, wenn es darum geht, Erfindungsleistungen zu sichern und auszuwerten. — Es genügt also nicht, tüchtige Physiker und Ingenieure auszubilden, wir benötigen auch Patentanwälte neuzeit­ licher Prägung, welche das erarbeitete geistige Eigentum zum Patent­ schutz führen. Das «Können» des Patentanwaltes bestimmt weit­ gehend den Umfang des Patentschutzes. Patentanwälte sind aber rar, denn es fehlen zielgerichtete Lehran­ stalten. Die Errichtung einer besonderen Bildungsstätte für Patent­ anwälte drängt sich auf, wobei freilich die Frage des Standortes von ziemlicher Bedeutung ist. Am besten geeignet ist zweifellos ein neu­ traler Staat mit freier Wirtschaft. Eine Patentakademie in Liechtenstein? Liechtenstein wäre besonders geeignet, eine Akademie für die Aus­ bildung von Patentanwälten zu gründen. Dadurch würde die Ent­ faltung eines internationalen Zentrums für Patente und Lizenzen motiviert. Zu einem späteren Zeitpunkt wäre auch ein liechtensteinisches Ge­ richt für die Beurteilung von Patent- und Lizenzstreitigkeiten zu schaffen, so daß in internationalen Verträgen dieses Fachgericht als «zuständig» vereinbart werden könnte. Eine Patentakademie und ein spezialisiertes Gericht würden zu Recht die Beheimatung von Patenten und Lizenzverträgen in Liechtenstein rechtfertigen. Die Stärke einer liechtensteinischen Patentakademie läge demnach in der juristischen Spezialisierung, denn Spezialisierung ist Arbeitstei­ lung, und Arbeitsteilung führt zu Meisterschaft. Die moderne Wirt­ schaft benötigt Meisterschaft für die Auswertung von Urheberrechten. 11
        

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