Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
2
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000074/12/
schwerten Handels- und Wirtschaftssituation betroffen wurde. Die Versuche, durch eigene Initiative die Probleme zu überwinden und die Abhängigkeit von Österreich-Ungarn zu verringern, zeigen aber auch, daß das Fürstentum Liechtenstein begann, sich auf seine eigenen Kräfte und Möglichkeiten zu besinnen. Die Bedrohung der liechtensteinischen Finanzen Eine allgemeine Folge des Ersten Weltkrieges war die Geldentwertung und für die besiegten Zentralmächte Deutschland und Österreich- Ungarn eine katastrophale Finanzkrise. Das Fürstentum Liechtenstein wurde von dieser Entwicklung direkt erfaßt, weil es nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem auch währungspolitisch von der österreichisch-ungarischen Monarchie ab­ hängig war. Denn seit 1857 bestand ein Münzvertrag zwischen Österreich-Ungarn und dem Fürstentum Liechtenstein. Nach 1859 war die österreichische Währung die gesetzliche Landeswährung in Liechtenstein.1) Das Land übernahm 1898 die 1892 in Österreich- Ungarn eingeführte Kronenwährung auf Goldgrundlage. Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert konnte Liech­ tenstein teilhaben am wirtschaftlichen Aufstieg des österreichisch­ ungarischen Wirtschaftsraumes und die Finanzen des Landes schienen dank den hohen Zolleinnahmen gesichert. Die Zollerträge, die dem Land aus dem Zollvertrag mit der Monarchie zukamen, machten bis zu 70 % der Staatseinnahmen aus.2) Da Liechtenstein aber auf die Gestaltung der Kronenwährung keinen Einfluß hatte, mußte es auch die Krisen Österreich-Ungarns mit­ erleben und ihre Folgen tragen. Der Krieg belastete den staatlichen Finanzhaushalt in erhöhtem Maße. Unterhalt und Ausrüstung der Armee bedeutete für die kriegführen­ den Länder eine enorme Investition. Dank Kriegsanleihen und Schuld­ scheinen flössen dem Staat jedoch neue Mittel zu. Dieses Geld wurde jedoch ohne Gegenwert im Krieg verbraucht. Immer neue Geldmittel mußten beschafft werden. Eine Steigerung des Notenumlaufs und gleichzeitig ein wachsendes Mißverhältnis von Notenumlauf zur Golddeckung waren unvermeid­ lich.3) Diese Entwicklung schlug sich in den sich verschlechternden Kursen der Kronenwährung nieder, denn von 1914 an begann die ') Batliner, S. 47. *) Dommer, S. 16. 8) Batliner, S. 47. 13
        

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